Forwarddarlehen

Forwarddarlehen

Ein Forwarddarlehen ist eine Anschlussfinanzierung, die in der Zukunft stattfindet. Das besondere Merkmal an einem Forwarddarlehen ist, dass sich der Kreditnehmer schon heute für die Zukunft sichern kann. Dieser Zeitraum der Zinssicherung gilt für fünf Jahre. Das Ganze kann an einem Beispiel verdeutlicht werden. Nehmen wir an, ein Kreditnehmer hat vor einigen Jahren einen Immobilienkredit abgeschlossen. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Die Zinsen lagen damals bei 2,0 Prozent. Da die Finanzierung des ersten Darlehens noch läuft, ist der Kreditnehmer an diesen Zinssatz gebunden. In der Zwischenzeit ist der Zinssatz aber auf ein Prozent gesunken. Hier kommt das Forwarddarlehen in Erscheinung. Schon jetzt kann es abgeschlossen, wenn der erste Kredit innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen ist. Der Kreditnehmer profitiert von den jetzt herrschenden niedrigen Zinsen, auch wenn das Forwarddarlehen erst später aufgenommen wird. 

Mit einem Forwarddarlehen schließt der Kreditnehmer das Risiko von steigenden Zinsen aus. Sinnvollerweise wird ein solches in Zeiten von Niedrigzinsen abgeschlossen. Der weitere Vorteil ist, dass schon jetzt die Anschlussfinanzierung festgelegt wird, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden muss. Das schafft eine große Planungssicherheit, zumal die monatlichen Raten dafür erst zum Auszahlungstermin fällig werden. Es muss aber eine wichtige Tatsache beachtet werden: Das Forwarddarlehen muss zu den vereinbarten Konditionen in Anspruch genommen werden. Sollte der Sollzins innerhalb dieser Zeit noch weiter gesunken sein, profitiert der Kreditnehmer nicht davon. Trotzdem ist ein Forwarddarlehen eine sichere Sache. Für viele ist die Anschlussfinanzierung einer Immobilie nicht gesichert. Wenn die Zinsen bis dahin gestiegen sind, wird die Immobilie teurer als gedacht. Das ist ein weiterer Grund, sich in der Niedrigzinsphase für ein Forwarddarlehen zu entscheiden. Zunächst konnten nur gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften ein solches Darlehen beantragen. Ende der neunziger Jahre sind diese Darlehen auch für private Kreditnehmer erhältlich. 

Echte und unechte Forwarddarlehen

Innerhalb der Forwarddarlehen wird zwischen "echten" und "unechten" unterschieden. Bei einem echten Forwarddarlehen beginnt die Zinsbindung erst in der Zukunft. Die Konditionen stehen aber bereits beim Abschluss fest. Pro Monat müssen für die Zeit bis zur Auszahlung Zinsen gezahlt werden. Je nach Bank liegen diese bei 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten. Es gibt jedoch auch Banken, die für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten keinen solchen Zinsaufschlag verlangen. Bei einem unechten Darlehen setzt sofort bei Abschluss die Zinsbindung ein. Die Zeit bis zum Auszahlungstermin wird zinsfrei überbrückt. Das macht deutlich, dass sich der Kreditnehmer mit einem unechten Forwarddarlehen selbst wertvolle Zeit der Zinsbindung wegnimmt. 

Lohnt sich ein Forwarddarlehen überhaupt?

Mit einem Forwarddarlehen erhofft sich der Kreditnehmer für einen langen Zeitraum einen niedrigen Zinssatz. Steigen während der Zeit tatsächlich die Zinsen, dann zahlt sich dieses Darlehen aus. Wenn jedoch die Zinsen fallen, dann weist sich das Forwarddarlehen als Nachteil aus, denn dann wird die Anschlussfinanzierung teurer als gedacht. Doch so ganz unnütz ist dieses Darlehen nicht, denn es schafft Planungssicherheit über einen langen Zeitraum hinaus. Das Forwarddarlehen kann nicht gekündigt werden. Will der Kreditnehmer das Darlehen nicht mehr, müssen Nichtabnahmeentschädigungen gezahlt werden. Diese können solche Ausmaße annehmen, dass sich ein günstigerer Kredit dann nicht mehr lohnt. Ist ein Forwarddarlehen ist erst einmal abgeschlossen, gibt es kein Zurück mehr.